Klaras Nein

Soazig Aaron

Klaras Nein

Tagebuch-Erzählung
Aus dem Französischen von Grete Osterwald. Mit einem Vorwort von Jorge Semprun. Ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2004.
192 S. / 5., Aufl.
gebunden
ISBN 978-3-932109-32-4
2003
vergriffen
20,00 €

Klaras NEIN ist die erschütternde, fiktive Geschichte einer Verweigerung, nicht ihre Rechtfertigung oder Erklärung. Sie berichtet schonungslos von dem Prozeß der inneren Wandlung dieser Überlebenden, Klara Adler,die weder kaschiert noch moralisch gewertet wird.

Mit der bretonischen Autorin Soazig Aaron, geboren 1949, hat sich eine eigensinnige, außergewöhnliche Stimme der jüngeren Generation zu Wort gemeldet, deren eindringliche Bilder nicht die Rekonstrunktion eines authentischen Szenarios im Sinn haben, vielmehr die riskante Entfaltung einer inneren Wahrheit, einer geistigen Realität. 

"Bald wird es keine Zeugen der Vernichtung mehr geben. Wenn die Zeugen verschwunden sind, wenn das persönliche Gedächtnis versiegt ist, wird die Vernichtung kein Erlebnis mehr sein, dessen existentieller Inhalt und subjektive Eigenheit bisher durch schriftliche oder mündliche Zeugnisse übermittelt worden sind. Die Vernichtung wird nur noch eine historische Gegebenheit sein, faktisch erwiesen, aber entfremdet in der objektiven Kälte der Wissenschaft, außerhalb des Bewußten ... Seit Jahren schon bin ich überzeugt, daß ein Eingreifen der Fiktion, kühn und bescheiden, in unser Gedächtnis der letzten Zeugen notwendig ist. Ich wartete auf einen konkreten, erzählenden Beweis für diese Möglichkeit. Ich wartete auf diesen Augenblick der Wahrheit im europäischen Roman, auf diesen Wahrheitsbeweis, wie die Filmkunst ihn bereits so eindrucksvoll geliefert hat. 

Klaras NEIN von Soazig Aaron ist der Roman, auf den ich gewartet habe, das erste starke, unvergeßliche Zeichen der Kraft eines fiktiven literarischen Versuchs, sich an die kühne und bescheidene Rekonstruktion unserer innersten Erfahrung der Vernichtung zu wagen, die auch ihre Rettung ist. Wir können ruhig sterben: Unsere Stimme, die Stimme der Zeugen, wird in dieser wunderbaren Fiktion weitergegeben und bewahrt." 

Aus dem Vorwort von Jorge Semprun.

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