Amselfassade

Petr Borkovec

Amselfassade

Berlin-Notate. Prosa und Gedichte
Aus dem Tschechischen übersetzt von Christa Rothmeier. Umschlag-Entwurf von Horst Hussel
32 S. / 24,0 x 16,0 cm / fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-932109-48-5
2006
vergriffen
12,00 €

»Die Kurzprosa-Texte und Gedichte von Amselfassade entstanden zwischen August 2004 und September 2005 in Berlin. Ich hatte vorgehabt, das Jahr in Berlin mit der Übersetzung von Gedichten russischer Emigranten aus verschiedenen Generationen - von Georgij Ivanov und Joseph Brodsky - zuzubringen, wurde aber von Wilmersdorf und Charlottenburg (Vierteln, die paradoxerweise mit dem russischen Exil eng zusammenhängen) ständig aus der Arbeit gerissen.
Der Rhythmus meiner ziellosen Spaziergänge wurde immer regelmäßiger, beim Übersetzen den Faden zu behalten, war bald nicht mehr möglich. In Kaffeehäusern, auf Plätzen und in Parks kann man schreiben, nicht übersetzen, und daher begann ich - gewissermaßen als Vorwand - Berliner Orte knapp zu beschreiben.
Von den ersten Tagen in dieser Stadt an spukte in meinem Kopf, weiß Gott warum, der Ausdruck angrenzende Straßen herum, und vielleicht schrieb ich deswegen vorwiegend über die unmittelbare Umgebung meiner vorübergehenden Wohnung in der Storkwinkel-Straße bei der Station Halensee. Es erscheint mir fast peinlich, welch kleine Entfernung ich in den Texten zurücklegte. Am häufigsten schrieb ich im Kant-Café in der Kantstraße, im Schwarzen Cafe in der gleichen Straße und in der Eisdiele Hennig's Eis auf dem Henriettenplatz. Zuletzt bevorzugte ich das Kaffeehaus Garson auf dem Wilmersdorfer Leon Jessl-Platz, wo ein Springbrunnen in Form eines gigantischen Pilzes rauscht.
Eigentlich wächst dort das Musterexemplar eines Steinpilzes in der Maske eines Springbrunnens, unter dem ich meine letzte Berliner Deutschstunde absolvierte ...«
Petr Borkovec.

Weitere Informationen

* Alle Preise inkl. MwSt. ggfls. zzgl. Versandkosten (siehe AGBs)