Totenvogel

Edward Dębicki

Totenvogel

Aus dem Polnischen übersetzt von Karin Wolff
270 S. / 12,0 x 18,0 cm / Gebunden
ISBN 978-3-932109-86-7
2018
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22,00 €

Edward Dębicki, Angehöriger der Polska Roma, erzählt im Totenvogel von seiner Kindheit und Jugend, von den glücklichen Jahren auf Wanderschaft – und vom Leid unter der deutschen Besatzung. Vor dem Krieg zieht Dębickis Familie, die Familie Krzyżanowscy-Wajs, mit ihren Wagen durch Polen. Trotz Spannungen mit der ansässigen Bevölkerung und bescheidener Lebensumstände sind es für den Jungen glückliche Jahre. Das Leben in der Familie ist geprägt von der Musik, in Notsituationen steht man einander bei, Sorgen und Streitigkeiten werden oft mit Späßen beigelegt. Der Ausbruch des Krieges setzt diesem Leben ein abruptes Ende. Es beginnt eine Zeit der Flucht unter ständiger Angst. Die Familie wendet sich weiter nach Osten, sucht Schutz in der polnisch- ukrainischen Grenzregion Wolhynien. Doch dem Elend des Krieges und der Brutalität der Verfolger entkommen sie auch dort nicht. Massaker an der Zivilbevölkerung sind an der Tagesordnung, Roma werden von Wehrmacht und faschistischen ukrainischen Banden verfolgt. Hilflos ziehen Dębickis Eltern mit ihm und seinen vier Geschwistern umher; die letzten beiden Kriegsjahre überdauern sie in den Wäldern, sind dort Hunger, Kälte und Krankheiten ausgeliefert: »Mama weinte immer häuger, wenn sie uns ansah«, schreibt Dębicki.

Karg, lapidar, bar aller Sentimentalitäten erzählt davon der Totenvogel. Es findet sich in den Episoden, in denen das Buch verfasst ist, keine Klage. Wichtig ist es, an das Geschehene zu erinnern, nicht nur an das persönlich Erlebte, sondern auch an die Familienmitglieder und ihre Schicksale. Es entsteht ein Bild von großer Würde, Zusammenhalt und verzweifeltem Überlebenswillen in einer Gemeinschaft, von der sonst wenig nach außen tritt. 

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